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hydepark
endlos_schleife
Mich würde mal interessieren was meine F-List von diesem Artikel zum Thema wer in einer patriacharlischen Gesellschaft mehr leidet, denkt.

Ich find den Aritkel sehr interessant und kann den Standpunkt des Autors nachvollziehen, aber dennoch merkt man diesem Artikel sehr schnell den männlichen Autor an, der zum Teil zu fehlerhaften Schlüssen kommt. Ich glaube es schon, dass Männer häufiger Selbstmord begehen, genauso wie, das Männer häufiger unter Obdachlosigkeit leiden. Aber ignoriert bei dem Thema zum Beispiel auch, dass weibliche Obdachlose ganz andere Probleme als Männer auf der Straße zu fürchten haben; z.B. sexuelle Übergriffe.
Der Autor erklärt auch die unterschiedliche Lebenserwartung von Frauen und Männern nicht, sondern sieht sie als Beweis, dass es Männern schlechter geht. Erstens kann es viele Gründe für den Unterschied geben, z.B. dass Frauen weniger anfällig für bestimmte Krankheiten sind (auf Grund des doppelten X-Chromosom) oder dass Frauen einfach immer noch häufiger zum Arzt gehen als Männer, und deshalb Krankheiten eventuell früher erkannt werden.
Ich kann auch manche Statistiken, die der liebe Herr aufführt nicht so ganz glauben, bzw. halte sie für falsch interpretiert. Zahlen ohne Hintergrund und Angaben zur Datensammlung sind wertlos, besonders bei solchen Themen wie Gewaltverbrechen.
Den Punkt, dass Jungs darunter leiden weil sie nur mit einem negativen Rollenbild der Männlichkeit aufwachsen, halte ich für ziemlich weit hergeholt. Ich will nicht bezweifeln, dass Jungs genauso viele Selbstzweifel wie Mädchen haben, aber ich glaube, es spielen einfach zu viele Faktoren dabei mit, die das beinflussen. Vor allem weil ich ja sowieso bezweifle, dass Geschlechterrollen Kindern irgendwie bei der Selbstfindung nutzen, schon gar nicht die Idee von Männlich- und Weiblichkeit.
Aber immerhin, der Autor erkennt, dass eine patriarchialische Gesellschaft nicht funktionieren kann. Jetzt muss er noch erkennen, dass Gleichberechtigung in beide Richtungen geht und man daran gemeinsam arbeiten muss, dann hat er es kapiert was sich ändern muss. Aber wenn man sich hauptsächlich darüber beschwerrt, dass Männer nach und nach ihre priveligierte Gesellschaftsstellung verlieren,  anstatt sich vielleicht mal fragen kann woran es liegt, dass so viele Männer, damit anscheinend nicht umgehen können, kann man sich nicht darauf konzentrieren, wie man Probleme löst.    

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Vor allem weil ich ja sowieso bezweifle, dass Geschlechterrollen Kindern irgendwie bei der Selbstfindung nutzen, schon gar nicht die Idee von Männlich- und Weiblichkeit.

Da muss ich dir widersprechen,

Stell dir vor, die Kinder hätten in ihren frühen Lebensjahren keinerlei Geschlechterrollen vor sich, an die sie sich "orientieren" können. Für sie ist es eine Richtungsgebung, eine Sicherheit, die sie in der Gesellschaft wirken und leben lässt und vor allem deshalb wichtig, um nicht mit fünf schon eine Identitätskrise zu bekommen und durch gegebene Vorurteile ausgegrenzt werden. Aus diesem Grund zielt die Inklusion ja beispielsweise darauf ab, Geschlechterrollen vielfältig zu sehen und zu geben (heißt, mehr Männer in einer Einrichtung, auch Frauen die mal Fußball spielen, Mädchen eben auch dreckig werden zu lassen und Jungs mit Puppen zu spielen).

Mal abgesehen davon, dass Kinder viel durch das Vorbild von den Erwachsenen lernen und sich dadurch eine Identifikation suchen (eben weil wir in Rollen leben, die aber nicht nur auf das Geschlecht bezogen sind). Beispiel: Ich bin auch eine Schwester (Familie), Erzieherin (Beruf), Hobbyfotografin (Hobby eben), Freundin (Beziehung), meine Charaktereigenschaften kommen auch noch dazu und eben das ist wichtig den Kindern weiter zu geben (und mal der ganzen Welt), dass wir nicht auf eine Rolle beschränkt sind und sich unser Charakter und unser denken dadurch beschreiben und in eine Schublade stecken lässt.

Diese verschiedenen Rollen, die wir einnehmen, sind eben wichtig um uns zu identifizieren, dabei liegt die Schwierigkeit darin, den Menschen klar zu machen, dass wir nicht nur eine davon haben, sondern mehr und die sich definitiv auch unterscheiden kann. Das nennt man dann Inklusion und die zielt genau darauf ab.

ja klar, damit hast du natürlich recht.

ich glaube mein problem mit der Aussage im ursprünglichen Artikel liegt eher mit der Aussage, dass jungs ohne männliche Vorbilder ziellos durch die gegend tapsen und im Leben scheitern, was in dem Zusammenhang immer sehr danach klingt, dass Jungs ohne ein klassisches Bild von Männlichkeit (der Mann bringt das Geld nach hause etc) nichts werden, was ich sehr bezweifle. Ich halte es für wichtig, dass Mädchen und Jungs lernen, dass sie sich nicht irgendwelchen Vorurteilen beugen müssen, um erfolgreich zu sein, wenn das Sinn ergibt? Wer sagt, dass ein Mann, der kocht und zu Hause bleibt während die Frau das Geld verdient, ein schlechteres Vorbild ergibt als der Mann, der Geld verdient?
Ich glaube, das ist, was du meinst, oder?

(wenn das keinen Sinn ergibt, tut es mir Leid, mein Hirn ist bei der Hitze irgendwie Matsch)

Es ist super wichtig, dass Jungs männliche Vorbilder haben, weil Frauen eben kein Bild von "Männlichkeit" vermitteln (um "können" geht es nicht. Sondern eher darum, dass sie sich nicht dreckig machen (oder selten), weniger an Technik interessiert sind, sich nicht so viel bewegen usw). Und das fehlt den Jungen, weil es meistens eher Verbote gibt, als die Jungs dann mal machen zu lassen. Sie werden darin nicht begleitet und ihnen fehlt da jemand, der zeigt, "wie es richtig geht". "Gekämpft" muss gelernt sein. Wir verbieten es den Kindern meistens, weil es nicht in unsere Rolle als Frau passt und weil sich die wenigsten Frauen gerne im Dreck wühlen (ich mach das gerne....). Dass ist das, was fehlt. Die Jungs brauchen jemanden, der auch das begleitet, pädagogisch, ihnen sagt, ihr dürft es ja, aber da müssen wir noch Moral und Ethik weiter geben. Es muss auch mal gerauft werden, mit Dreck rumgeschmissen werden, stumpf in den Pool gesprungen werden usw.

Es ist totaler Quatsch, dass die Jungen das starre Bild eines Mannes vermittelt kriegen müssen. Männer können auch kochen und DAS würde zum Beispiel vermittelt werden, wenn wir mehr Männer in einer Kita hätten, weil die da genauso gut kochen und Haushalt machen müssen, wie wir Frauen.

Ich habe den Artikel nicht ganz gelesen (der war mir zu komisch) und ich gebe dir Recht, dass die Definition einer Geschlechterrolle sehr bescheuert und engstirnig, sowie viel zu oberflächlich und pauschal ist. Deswegen sagen Pädagogen (viele, der Trend geht weiter), die sich mit Inklusion beschäftigen, dass es nur die Geschlechterrole "Frau" und "Mann" gibt, es aber nicht den Charakter beeinflusst und eben das, was man dann als Person zu tun und zu lassen hat. Sondern dass wir durch unsere Fähigkeiten und Eigenschaften, sowie mehrere Rollen (siehe vorherigen Kommentar) defininiert werden und uns dadurch identifizieren.

Würde das mal begriffen werden, hätten wir nicht unbedingt das problem mit den starren Rollenbildern, die immer nur auf eine Rolle beschränkt wird, der dann Charaktereigenschaften zugeschoben werden, die ja so überhaupt nicht zutreffen.

Der Artikel ist auch ehrlich gesagt nicht gut geschrieben, mehr ein Haufen Beschwerden als eine gute Analyse.

Hast du vielleicht einen Link zum Thema Inklusion? Ich höre den Ausdruck gerade zum ersten Mal und würde da gerne zumindest etwas mehr zu lesen.

Also mit einem Link kann ich dir nicht dienen, ich habe ein Handbuch zur INklusion und da stehen halt die aktuellsten Dinge drin. Aber google mal nach Vorurteilsbewusster Erziehung - die geht eben von diesem standpunkt aus, den ich oben kurz umrissen habe, weiß aber nicht ob das so erwähnt wird im internet. wenn ich den genauen titel zum buch habe, kann ich dir den mal durch geben.


diesen blick auf gender finde ich deshalb so gut, weil du eben gender nicht als einzelnes sehen kannst, finde ich.


inklusion bezieht sich auf pädagogische arbeit.

Ich werd mal Onkel Google dazu befragen, danke.

Ja ich seh das mit gender eigentlich auch so, aber ich find sowieso, dass gender ein schwieriges Konzept wird. Die deutsche Sprache macht es einen da auch nicht gerade leichter ohne eigenes Wort.

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