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hydepark
endlos_schleife
Um das neue Jahr entsprechend zu begrüßen, scheint die Hamburger Polizei der Meinung zu sein, einfach mal St. Pauli, fast ganz Altona und teile der Sternschanze als Gefahrengebiet auszuweisen. Für Leute, die mit diesen wunderschönen Stadtteilen Hamburgs nichts anfangen können, das ist ein relativ-central gelegenes Gebiet in der Stadt, umfasst unter anderem die Reeperbahn und ist Wohnort von etwa 80.000 Menschen. Konkret bedeutet dies, dass die Polizei seit heute morgen um 6 auf unbestimmte Zeit in diesen Stadtteilen das Recht hat, Menschen unter Generalverdacht zu stellen, zu kontrollieren (sowohl Taschen als auch Ausweis) und ggf. zu verweisen. Das alles natürlich nur um Straftaten zu verhindern.
Ja das ist "legal", mit Rechtstaat hat das allerdings wenig zu tun. Die Macht Gefahrengebiete auszuweisen hat die Hamburger Polizei sich 2005 im Prinzip selber gegeben, hat aber bisher noch nie in diesem Ausmaß davon gebraucht gemacht.
Grundrechte sind sowieso vollkommen überbewertet. Schumachers Unfall ist wichtiger und muss deswegen immer noch in der Tagesschau breitgetreten werden. Aber was hier zur Zeit in Hamburg abgeht wird ignoriert. Und jeder der verdächtigt aussieht hat es nicht anders verdient. Oder so ähnlich.

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Das ist echt gruselig :( Gibt es denn in den Stadtteilen wirklich so viel Straftaten? Auf die Rechtmäßigkeit der Maßnahme will ich gar nicht hinaus (mich schüttelt es ganz schlimm...), sondern ob es generell angemessenen Anlass zu irgendwelchen drastischen Maßnahmen gibt.

Nee eben nicht. Also klar, die Reeperbahn und das Schanzenviertel sind eben Vergnügungsviertel und bieten damit natürlich einiges an Gelegenheit für z.B. Drogenhandel etc., aber das war schon immer so. Das wahre Problem ist, dass die gesamte Gegend eher linksorientiert ist, und gerade die rote Flora eben auch in links-autonomer Hand ist. Nach der Eskalation der Demo am 21.12. und zwei Angriffen auf die Davidwache auf der Reeperbahn, sah sich die Polizei "gezwungen" diese Maßnahme zu ergreifen um ihre Beamten zu schützen. Klar die Angriffe auf die Polizisten sind total falsch, und wer auch immer für den letzten verantwortlich war, muss aus tiefer Menschenverachtung gehandelt haben (man bricht nicht mal eben so jemanden den Kiefer). Aber die Tatsache, dass es ausgerechnet die Davidwache war, deutet darauf hin, dass die Täter eventuell gar nicht aus Hamburg kommen (die Hamburger mögen ihre Kiezpolizei eigentlich) und mit dem Hamburger linksautonomen Spektrum auch nicht unbedingt was zu tun haben. Aber genau das wird eben ignoriert.

Davon mal abgesehen verstehe ich nicht, wie es Polizeibeamte schützen soll, im Prinzip einen ganzen Teil von Hamburg unter Generalverdacht zu stellen.

Zu dem Thema auch ganz interessant:
http://www.taz.de/!130385/

und der humorhafte Versuch von Publikative.org den Irrsinn hinter dem Gefahrengebiet bloßzustellen.
http://www.publikative.org/2014/01/03/gruesse-aus-der-danger-zone/

Ich hatte nämlich (als nur gelegendlich Hamburgbesucherin) nie den Eindruck, dass das "schlimme" Gegenden sind, wo man als Durchschnittsmensch um Leib und Leben fürchten muss.
Was du schreibst und verlinkst, klingt plausibel. Ich kapiere es auch nicht, wie diese Maßnahme die Beamte schützen soll. Die glauben doch nicht, dass man so extrem Gewaltbereite abschrecken kann...


Es gibt in Hamburg eigentlich so gut wie keine gefährliche ecken. Klar Problemviertel oder der Hauptbahnhof in der Nacht sind keine schönen Ecken, aber nichts dass Gefahrengebiete rechtfertigt.

Das schlimme ist vor allem, dass Mainstream-medien das Ganze in ihrer Berichterstattung total vernachlässigen. Entweder es wird gar nicht erwähnt oder es ist eben nur von den prügelnden linken Chaoten die Rede. Und diese Berichtersattung ist zu großen Teile nicht nur unausgewogen sondern auch falsch.

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